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Sichere Schulbienen sind kein Zufall: Warum wir uns für eine starke Zucht engagieren
Das KiJuBee Netzwerk Sachsen e.V. entwickelt sich kontinuierlich weiter. Immer mehr Kinder in Sachsen erleben in unseren Ganztagsangeboten (GTA) und Schulimkereien die Faszination der Bienen hautnah. Für Eltern, Lehrkräfte und uns als Pädagogen steht dabei ein zentraler Aspekt stets an allererster Stelle: die absolute Sicherheit der uns anvertrauten Kinder. Wenn Schülerinnen und Schüler angstfrei, konzentriert und fasziniert an geöffneten Bienenvölkern arbeiten können, dann ist das nur möglich, weil diese spezifischen Bienen extrem friedfertig sind.
Wer einmal beobachtet hat, wie ein Grundschulkind zum ersten Mal selbstständig eine Wabe mit Tausenden von Bienen in den Händen hält, ohne Schutzanzug und ohne jegliche Hektik, der weiß, wovon wir sprechen. Die Kinder spüren die Ruhe des Volkes und passen ihr eigenes Verhalten sofort an. Solch sanftmütige und vitale Bienen sind jedoch kein glückliches Naturereignis. Sie sind das direkte Ergebnis jahrelanger, sorgfältiger Auswahl der besten Bienenvölker und einer gezielt kontrollierten Vermehrung.
Dabei geht es für unsere Schulimkereien um ein ganz klares und kompromissloses Anforderungsprofil: Wir brauchen Bienen, die bei der pädagogischen Arbeit am Volk extrem ruhig auf der Wabe sitzen bleiben, nicht auffliegen und sich durch die Anwesenheit der Kinder nicht aus der Ruhe bringen lassen. Wir brauchen von Natur aus gesunde, vitale und widerstandsfähige Völker, die den Herausforderungen der Umwelt trotzen. Und wir benötigen – ganz pragmatisch – solide Honigernten. Genau dieser Honigverkauf ist ein essenzieller Baustein, um unsere vielfältigen und kostspieligen Schulprojekte überhaupt dauerhaft finanzieren zu können. Ohne spezialisierte Zuchtprojekte in unserer Region ließe sich diese enorm hohe Qualität auf Dauer schlichtweg nicht garantieren.
Aus tiefer Überzeugung heraus hat sich das KiJuBee Netzwerk deshalb entschieden, die so wichtige Zuchtarbeit aktiv zu unterstützen. So haben wir in dieser Saison den Betrieb der regionalen Anpaarungszone Hinterhermsdorf tatkräftig personell sowie organisatorisch begleitet. Was eine solche hoch spezialisierte Zuchtstation für unsere Region bedeutet, zeigt der Rückblick auf eine äußerst anspruchsvolle Saison 2026: In den vergangenen Monaten wurden in Hinterhermsdorf insgesamt 357 Königinnen erfolgreich zur Begattung aufgestellt.
Damit dieser komplexe Betrieb auch bei schwierigen äußeren Bedingungen absolut verlässlich lief, war ein immenser organisatorischer und zeitlicher Aufwand nötig. Gerade das Bienenjahr 2026 forderte von allen Beteiligten höchste Flexibilität und vollen Einsatz. Unbeständiges Wetter und kurzfristige Trachtverschiebungen machten die Arbeit oft unberechenbar und anstrengend.
Allein das Team von KiJuBee leistete als fester Bestandteil des Betreuerteams weit über 150 ehrenamtliche Arbeitsstunden. Diese intensive, ehrenamtliche Arbeit floss unter anderem in die regelmäßige Geländepflege und die direkte, persönliche Betreuung der Termine vor Ort, bei der ein stetiger Austausch stattfand. Ein besonders großer Teil der investierten Zeit kam zudem der intensiven Fürsorge der Bienenvölker zugute: Bei wetterbedingten Engpässen und Trachtlücken in der zweiten Saisonhälfte mussten diese gezielt und aufwendig zugefüttert werden. Außerdem wurden die Völker engmaschig betreut und kontrolliert, um sie stabil zu halten und zu verhindern, dass sie unkontrolliert abschwärmen – eine Aufgabe, die höchste Sorgfalt verlangte.
Dass unser Team hier so viel Zeit, Energie und Herzblut investiert hat, geschah aus einem ganz klaren Grund: Es ist unsere direkte Investition in die Sicherheit der Kinder und die langfristige Zukunft unserer Schulimkereien. Nur wenn regionale Zuchtstrukturen reibungslos und professionell funktionieren, erhalten auch wir verlässlich genau die friedfertige Genetik, die wir für unsere Schulbienen zwingend brauchen und auf die sich Eltern hundertprozentig verlassen können.
Die Arbeit in Hinterhermsdorf hat uns in unserem Weg mehr als bestärkt: Wer die Sicherheit in der pädagogischen Arbeit mit Bienen garantieren will, muss die Zucht aktiv mitgestalten. Wir sind extrem stolz darauf, als KiJuBee Netzwerk einen so starken Beitrag zum Gelingen dieser herausfordernden Saison geleistet zu haben. Ein ganz besonderer Dank gilt an dieser Stelle dem Landesverband der Sächsischen Buckfastimker: Wir bedanken uns herzlich dafür, dass wir als Netzwerk in dieser Saison bei diesem zukunftsweisenden Projekt mit an Bord sein und unseren Teil dazu beitragen durften!

